Hallo, mein Name ist Nina, ich bin 40 Jahre alt und lebe aktuell in der Nähe von Neuss.
Ich ging bis zur 10. Klasse auf ein Gymnasium; dort wurde mir allerdings nahegelegt, statt der gymnasialen Oberstufe doch lieber einen anderen Weg einzuschlagen.
Anschließend ging ich auf die höhere Handelsschule und habe dort meinen Abschluss als Fremdsprachenassistentin absolviert.
Ich stand vor der Entscheidung, mit meinem Fachabitur weiterzustudieren oder in den Job einzusteigen.
Mein erstes Angebot erhielt ich für eine Ausbildungsstelle als Groß- und Einzelhandelskauffrau. Ich freute mich erst sehr darüber, ohne eine lange Suche etwas gefunden zu haben, jedoch besuchte zu dieser Zeit eine Freundin von mir die Fontys (FH) in Venlo für ein Studium im Bereich „International Business and Management“ und erzählte mir davon.
Das hörte sich für mich sehr interessant an, da dachte ich, das mache ich jetzt auch!
Da die Fontys in Venlo (Niederlande) war, galt das Studium als Auslandsstudium mit Praxissemester. Die FH verlangte, dass entweder das Praktikum oder die Diplomarbeit im Ausland absolviert werden sollte, d. h. für die deutschen Studenten nicht die Niederlande und nicht Deutschland. Zudem wurden die Vorlesungen ab dem zweiten Jahr vollständig auf Englisch gehalten. Schließlich erhielt ich den Abschluss als „Bachelor of Business Administration“ und stand nun wieder vor einer Entscheidung. Zieht es mich mehr in den Bereich „International Finance“ oder in den Bereich „International Marketing“?
Es fiel mir schwer, mich zu entscheiden, sodass ich mich auf Stellen aus beide Bereichen bewarb. Insgesamt 9 Monate suchte ich nach einer Stelle, doch trotz vieler Bewerbungen, kamen nur 3 Bewerbungsgespräche zustande. Für viele war das Studium zu allgemein ausgerichtet und für manche war ich einfach zu jung. Dann kam die erste Zusage für eine Stelle als Junior Controller bei einer Werbeagentur in Düsseldorf, die ich dann auch annahm.
Der Job war anstrengend, aber sehr lehrreich und so bin ich im Bereich Controlling geblieben.
Was wolltest du als Kind werden/Traumberuf?
Mein Traum als Kind war anfangs Tierärztin zu werden und mit der Zeit Virologin, doch dafür hatte es schulisch nicht gereicht und ich hatte auch nicht darauf hingearbeitet.
Ende 2021/2022 entschied ich mich dazu, neben meinem Beruf bei der DLRG einzusteigen und dort eine Ausbildung zum Wasserretter und Katastrophenschutzhelfer zu machen.
So schließt sich auch wieder der Kreis meines Kindheitstraumes, Menschen zu helfen.
Was war deine Wechselmotivation und wie hast du es im Unternehmen kommuniziert?
Seit 2007 ging es bei mir immer um Monatsabschlüsse, Planung, Forecasts und Ad-hoc Analysen im Controlling. Die typischen Gedanken gingen mir durch den Kopf: „Ich bin damit groß geworden, habe das gelernt, kann das und es ist angenehmer in der Komfortzone zu bleiben.“
Als ich bei dem jetzigen Unternehmen anfing, fragte man mich, was ich in 3-5 Jahren machen möchte. Ich sagte, „die Stelle weiter begleiten“.
Mir wurde gesagt, dass es bei ihnen gern gesehen wird, wenn nach einer gewissen Zeit die Mitarbeiter auf andere Stellen versetzt werden können oder sich sogar aktiv versetzen lassen möchten. Viele finden das gut, ich eher nicht. Ich dachte „Controlling kann ich, darin bin ich gut. Also warum wechseln?“
Ich blieb leider nicht verschont und wurde nach einiger Zeit auch innerhalb des Controllings auf eine neue Stelle versetzt. Bedauerlicherweise eine Stelle, von der ich immer sagte, dass ich sie nie machen möchte – Vertriebscontrolling. Zu dem Zeitpunkt hatte ich aber keine andere Wahl, als diese Stelle zu übernehmen.
Nach ein paar weiteren Monaten habe ich angefangen zu überlegen, ob es nicht vielleicht doch noch etwas anderes gibt außer dem Controlling mit Abschlüssen, Planungen und doch sehr großen Spitzen. Ich stellte mir die Frage, ob ich das so überhaupt noch möchte.
Ich machte mir meine Gedanken und sprach offen mit meinem Chef darüber, dass ich gern etwas anderes machen möchte. Er fand es generell gut, wenn Mitarbeiter sich weiter entwickeln möchten. Jedoch war es für ihn und die Abteilung nicht so leicht, denn ich hatte schließlich meinen Beitrag im Controlling geleistet und die Einarbeitung neuer Kollegen ist meist nicht einfach.
Er unterstützte mich dabei und ich fing an, mich intern auf andere Stellen zu bewerben. Auf die ersten beiden Stellen bekam ich leider eine Absage. Zum Glück hatte es bei der 3. Stelle funktioniert und ich wechselte in den Bereich Qualität & Kundenzufriedenheit. Dort bin ich verantwortlich für die Analyse der Kundenumfragen und die externen Audits, sowie deren Auswertung. Am Ende habe ich nicht ganz den Zahlen und Analysebereich verlassen.
Welche Unterstützung bekamst du vom Unternehmen?
Mein Chef und die Personalabteilung gaben mir volle Unterstützung und bestärkten mich weiterzumachen trotz der ersten Absagen. Sie hatten veranlasst, kurze Kennenlerngespräche mit verschiedenen Direktoren führen zu können, z. B. im Vorstand Marketing und auch mit der jetzigen Direktorin meines neuen Bereiches. Durch diese Unterstützung war das alles erst möglich und führte zum Wechsel.
War die Einarbeitung schwierig und wie glücklich bist du mit der neuen Aufgabe?
Das Onboarding gestaltete sich etwas schwierig, da wir alle im Homeoffice waren. Mein Chef und auch mein Vorgänger unterstützten mich sehr und sagten immer, dass ich mich bei Fragen gern melden kann. Alle waren sehr hilfsbereit und dadurch hat es gut funktioniert. Klar stolpert man des Öfteren noch und man lernt jeden Tag dazu. Aber es macht mir sehr viel Spaß und ich bin froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin.