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Ihr wisst, dass es so nicht mehr weiter gehen soll – aber was nun?

Interview mit Querwerk-Coach Eva Maria-Wahl und Nadine Saewert

Bitte stellen Sie sich in wenigen Sätzen vor!

Hallo, ich bin Eva-Maria Wahl. Seit nun 11 Jahren lebe und liebe ich in Berlin. Was mich als Mensch ausmacht, ist die Freude am Entdecken. Obwohl es aus meiner Sicht eine tolle Art des Reisens ist, braucht es dafür keinen Backpack-Urlaub. Es reichen ein Raum, zwei Menschen und etwas Zeit, um sich zu begegnen.

Hier fand ich zu mir und meiner Berufung „Menschen mit ihrem Bauchgefühl und Verstand zu vereinen“, sie auf dem Weg zur beruflichen und privaten (Neu-) Orientierung zu begleiten.

Entscheidungen in Verbundenheit mit unserem Verstand, den Erfahrungen und dem Bauchgefühl zu treffen wurde uns oftmals von Kindesbeinen abtrainiert. Das fällt uns auch in der beruflichen Entwicklung auf die Füße. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir uns entscheiden, dass wir uns zukünftig beruflich und privat mehr den Dingen widmen wollen, die für uns Sinn ergeben.

An dem Punkt fängt meine Arbeit an:
„Ihr wisst, dass es so nicht mehr weiter gehen soll – aber was nun?“

Dafür habe ich ein Bildungsträger gegründet, gefördert von der Bundesagentur für Arbeit.

blaupause coaching bündelt aus vielen verschiedenen Disziplinen, Theorien und Erfahrungen das Knowhow, um mit euch auf die Reise zu gehen.

Was geht aus Ihrer Sicht in Menschen vor, die ihre berufliche Ausrichtung radikal ändern möchten?

Aus privatem und beruflichem Erleben heraus, umschreibe ich den Start der Neuausrichtung so: Menschen in Umbruchssituationen befinden sich auf ungewohntem Terrain. So nebulös es klingt, so nebulös ist es. Denn nach der Entscheidung, etwas verändern zu wollen, schwindet für gewöhnlich der bekannte Druck, doch neue Ungewissheiten wachsen.

Die große Herausforderung bei einer (beruflichen) Neuausrichtung liegt darin, sich selbst zu finden und sich neu vertrauen zu lernen. Den Weg zu wählen, der sich „stimmig“ anfühlt. Was gleichermaßen eine große Herausforderung ist, denn woher soll man wissen was passt, wenn man es noch nicht kennt?

Viele Fragen, Unsicherheiten, Gefühle gehen einher mit der Idee, sich beruflich verändern zu wollen – was auch beflügeln kann. Ein Meer an Widersprüchen… der Umgang damit ist individuell und verknüpft mit der eigenen Geschichte. Von daher ist die Frage nicht eindeutig zu beantworten.

Welche Chancen sehen Sie in einem Quereinstieg für den Menschen und die Unternehmen?

Natürlich gibt es hier zahlreiche Antworten, je nachdem durch welche Brille ich auf die Chancen und das Potential schaue.

Menschlich erhöht es die Lebensqualität. Denn wenn Quereinsteigende die Chance erhalten, das zu tun was für sie Sinn ergibt, kann Arbeit beflügeln. Auch muss es nicht mehr im Alltag kompensiert werden, wodurch viel Frustration und „falsche“ Kompromisse eingespart werden.

Natürlich liegt die Herausforderung darin das bisherige Wissen zu transferieren. Für sich selbst zu formulieren: was man will – in welcher Art von Organisation, Verantwortung und Position die berufliche Entwicklung stattfinden soll. Doch ich habe die Erfahrung gemacht, mit einem passenden Gegenüber ist all das möglich.

Unternehmerische Chancen sehe ich darin, die heutige kontroverse Diversität der Gesellschaft in stabile Strukturen zu integrieren. Was aus meiner Sicht ein natürliches Wachstum von Unternehmen, Gesellschaft und Menschen positiv bedingt. Denn höher, schneller, besser führt zum gesellschaftlichen Burnout und birgt erhöhte Kosten.

Wo liegen die Risiken?

Das größte Risiko liegt aus meiner Sicht immer noch darin, dass sich viele Quereinsteigende mit dem Umbruch allein gelassen fühlen. Die Erfahrung aus meiner Praxis spiegelt, dass die gesellschaftliche Wertschätzung für Diejenigen vorhanden ist, die den Umbruch erfolgreich bestritten haben. Für diejenigen, die am Anfang ihres Quereinstiegs stehen, ist es jedoch eine große Herausforderung den eigenen Erwartungen und denen des Umfeldes gerecht zu werden, denn am Anfang des Weges hat sich ihr Erfolg noch nicht bewährt. Der Schritt ins Ungewisse erfordert Mut und manchmal auch Unterstützung sowohl emotional als auch fachlich fundiert.

Dazu leistet Querwerk, aus meiner Sicht, einen wertvollen Beitrag.

Ein weiteres Risiko liegt in den traditionell geprägten Organisationsstrukturen, welche festlegen, ob Quereinsteigende geeignet sind. Doch auch hier lassen sich erste zarte Schritte des Umdenkens von Unternehmen und Menschen erkennen.

Um dies zu begünstigen stärkt blaupause coaching das individuelle Potenzial der Quereinsteigenden und unterstützt sie darin, in der Bewerbungsphase proaktiv auf zukünftige Arbeitgeber zuzugehen. Ob in schriftlicher, verbaler oder persönlicher Form – hier werden individuelle Bewerbungs- und Kommunikationsstrategien ausgearbeitet.

Sich als Mensch mit all seinem Können zu zeigen ist häufig der Schlüssel. Es klingt sehr simpel, doch kann durchaus Überwindung kosten.

Haben Sie selbst eine Quereinstiegs-Historie/Erfahrung? Bitte um Erfahrungsbericht.

Meine Berufs- und Bildungsbiografie hat sich für mich erst im Nachhinein zu einem roten Faden zusammengesetzt. Ich weiß daher, was es bedeutet neu anzufangen, seinen beruflichen Werdegang selbstbestimmt zu gestalten, neue Entscheidungen zu treffen und mit Herausforderungen zu wachsen, sich selbst zu motivieren, neue Perspektiven zu entdecken, Erfolge zu feiern und durch Ängste und Unsicherheiten zu gehen. All das stärkt mich und ermöglicht mir meine Art des Coachings, das mit viel Leben gefüllt ist.

Haben es Menschen, die sich neu erfinden wollen oder müssen, es eher leicht oder schwer in unserer Gesellschaft/ mit den Unternehmen in Deutschland?

Das liegt im Auge des Betrachters und dessen, woran er*sie Sicherheit, Erfolg und den Umgang mit Neuem misst. Manche Menschen halten Unzufriedenheit gut aus so lange die „Sicherheit“ für sie überwiegt, andere fühlen sich elend ohne Perspektive auf Weiterentwicklung… all das beeinflusst wie freudig wir im Selbstentdecken sind, Neuerfinden und mit unseren eigenen Erwartungen und denen unseres Umfeldes zurechtkommen.

Welche Auswirkungen hätte es, wenn Laufbahnen offener, flexibler und dynamischer würden, in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft?

Die Herausforderung und Chance zugleich liegen darin, dass Strukturen und Menschen sich aufeinander zu bewegen können. Wenn hierarchische Strukturen und partizipative Ansätze nicht nur dem Erhalt des Gewohnten dienen, ist ein gemeinsames Wachstum möglich in der Stabilität sowie zeitgemäße Veränderung miteinander einhergehen. Für alle kann eine Win-Win-Situation entstehen. Doch auch hier ist mir klar, dass es viel Fingerspitzengefühl erfordert, selbst wenn alle Beteiligten das gleiche Ziel verfolgen.

Hier geht es direkt zum Kontakt mit Eva-Maria Wahl

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